Manuelle Therapie

Die manuelle Therapie ist eine von den Ärzten verordnete Heilmittelverordnung, die nur ein staatlich anerkannter Physiotherapeut mit der Zusatzausbildung der Manuellen Therapie durchführen darf. Die Menge der verordneten Therapien richtet sich nach der Diagnose und dem bundeseinheitlichen Heilmittelkatalog von 2004.

In den Heil- und Hilfsmittelrichtlinien der Krankenkassenverbände wird die manuelle Therapie als Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen und oder Gelenkblockierungen und ihren muskulären bzw. reflektorischen Fixierungen beschrieben. Hieraus entstehen pathologische Folgeerscheinungen, welche auf Störungen der Arthrokinematik (Bewegungsläufe innerhalb eines Gelenks) zurück zu führen sind.

Die manuelle Therapie definiert sich durch gezielte Mobilisationstechniken  und durch Anwendung von Weichteiltechniken, um Gelenkfunktionsstörungen zu behandeln. Ein wesentlicher Bestandteil der manuellen Therapie ist die ausführliche manualtherapeutische Befunderhebung.

Störungen in der Gelenkfunktion werden in dem Therapiekonzept der manuellen Therapie ganzheitlich betrachtet. Das bedeutet, dass der Therapeut nicht nur an der Stelle behandelt wo es weh tut, sondern den Patienten im Ganzen betrachtet, um so mögliche Ursachen anderer Bereiche (z.B. Wirbelsäule) ausschließen zu können. Zudem kann der Manualtherapeut auch Störungen in den muskulären und nervalen Strukturen untersuchen und diese in seine Therapieplanung einbeziehen. Die Ziele der manuellen Therapie sind, Funktionsstörungen am Bewegungssystem zu entdecken und  zu dokumentieren, die normale Funktion wieder herzustellen bzw. zu erhalten, und die Belastungsfähigkeit zu steigern.

Die manuelle Therapie kann an allen Gelenken mit Funktionsstörungen angewendet werden. Gelenke der Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule, Störungen in der Beckenregion sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich des Schultergürtels, der Kopfgelenke und des Kiefergelenks. Alle Gelenke der Extremitäten, also der Hüfte, Knie und Fußgelenk aber auch Schulter, Ellbogen und Handgelenke werden nach dem Konzept der manuellen Therapie befundet und behandelt. 

Interessant ist die manuelle Therapie vor allem bei Wirbelsäulenproblematiken, wie Schmerzen im Rücken oder sogar bei Ausstrahlungen in die Beine. Hierbei werden die jeweiligen Segmente in der Wirbelsäule mobilisiert, oder es wird mit einem Impuls gearbeitet. Dies führt zu einer verbesserten Beweglichkeit der betroffenen Gelenke, so dass sich der Druck auf das Bindegewebe und die neuralen Strukturen reduziert. Oftmals kann man mit der Manuellen Therapie  eine Operation umgehen.