Craniomandibuläre Dysfunktion

Die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezieht sich auf eine Störung des Kiefergelenkes. 

Es gibt unterschiedliche Begriffe der craniomandibulären Dysfunktion, wie craniomandibuläre Störung (CMS), temperomandibuläre Joint-Desease (TMJ), temporomandibuläre Disorder TMD und die temporomandibuläre Funktionsstörung.

Laut Statistik leiden am meisten Frauen im Alter von 40 Jahren an Kiefergelenksproblemen. Dies ist auf die kongenitalen Dispositionen (angeborene Fehlstellungen) des Schädels und der Kieferregion zurückzuführen, die sich erst im Alter bemerkbar machen.

Interessant ist, dass 10% aller  Patienten die in physiotherapeutischer Behandlung sind, Kiefergelenksbeschwerden haben und somit eine craniomandibuläre Dysfunktion aufweisen .100% der chronischen Schmerzpatienten haben ebenfalls Kiefergelenksprobleme.  

Hierbei können strukturelle, funktionelle, biochemische und psychische Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion Ursache einer craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) sein. Diese Fehlregulationen äußern sich  z.B. während der Mundöffnung durch eine Ausweichbewegung (Deviation) des Unterkiefers nach rechts oder links, begleitet mit einem eventuellen „Knack“ Geräusch. Die Mundöffnung kann  schmerzhaft sein oder schmerzhaft werden. 

Ein weiterer Punkt für die Ursache einer cranioandibulären Dysfunktion (CMD) ist das Knirschen und/oder Pressen des Patienten auf seine Zähne. Dies geschieht meistens nachts und verursacht  eine erhöhte Kompression (Druckbelastung) auf den Diskus (knorpelartige Struktur). Der Diskus liegt zwischen den beiden Gelenkpartnern des Kiefergelenkes und muss sich während der Mundöffnung und Schließung physiologische mit bewegen. Ist dieser durch das Pressen und/oder Knirschen unter ständigen Druckbelastungen ausgesetzt, so wird dieser von seiner Struktur verändert und bewirkt somit eine abweichende Bewegung der Mundöffnung und Schließung. Es entsteht also eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

Die deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie definiert craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) als Sammelbegriff für eine Reihe klinischer Symptome der Kaumuskulatur und/oder des Kiefergelenks, sowie der dazugehörenden Strukturen im Mund- und Kopfbereich. Es besteht also ein anatomischer, direkter Zusammenhang zwischen der Halswirbelsäule und des Kiefergelenkes, so dass in einer manualtherapeutischen CMD- Behandlung auch immer die oberen Kopfgelenke und die untere Halswirbelsäule mit untersucht und gegebenfalls mit behandelt werden. Die cranimandibuläre Dysfunktion (CMD) entsteht meist sekundär aus vorherigen Erkrankungen oder nach Kiefergelenksbehandlung, wie die Entfernung der Weißheitszähne oder der Einsatz von Implantaten. Eine Behandlung der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) ist demnach eine manualtherapeutische Behandlung, verbunden mit einer kieferorthopädischen Behandlung eines Zahnarztes. 

Der Kieferorthopäde untersucht anfangs den Kiefer auf seine Ausweichbewegungen und kann mittels eines Computers eine individuelle Beißschiene erstellen. Diese Schiene soll das Gelenk in eine entspannte Position bringen und die Druckbelastungen des Diskus verringern. Hierbei ist zu empfehlen, einen Kieferorthopäden zu wählen, der im Bereich der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) erfahren ist.